Wir wollten ein Atelier, kein Salon. Einen Raum, der nach Kaffee und Haarspray riecht, nicht nach Stress.
Die Doberaner Straße ist die ehrlichste Straße Rostocks — Kopfsteinpflaster, Buchhandlung, Plattenladen, ein polnischer Bäcker zwei Türen weiter. Als das kleine Ladenlokal im Oktober 2017 frei wurde, hat Justyna keinen zweiten Standort gesucht. Sie hat alles auf eine Karte gesetzt: zwei Stühle, ein Waschbecken mit Blick nach draußen, alter Dielenboden.
Was daraus geworden ist, liegt an den Menschen, die wiederkommen. Rund 62 % unserer Kundinnen und Kunden sind seit mindestens drei Jahren bei uns. Viele haben angefangen, bevor sie geheiratet haben, und kommen jetzt mit Kindern. Das ist kein Marketing. Das ist nur, was passiert, wenn man langsam arbeitet.
Heute sind wir zu dritt, nehmen uns für jeden Termin mindestens eine Stunde, und schließen mittwochs um halb zwei, damit jemand noch einkaufen kann. So wollten wir es haben.